Digitale Dialoge von UBi

Die Online-Seminarreihe Digitale Dialoge, die jeweils im Frühjahr und im Herbst stattfindet, enthält Fachvorträge und bietet Raum für Diskussionen und Netzwerkmöglichkeiten zu spezifischen Themen im Bereich Wirtschaft und Biodiversität. 

Biodiversität: Strategien für zukunftsfähige Unternehmen

Beim Digitalen Dialog von „Unternehmen Biologische Vielfalt – UBi“ am 5. März 2026 stand die Frage im Mittelpunkt, wie Unternehmen Biodiversität strategisch in ihre Geschäftsmodelle integrieren können. Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Naturschutz beleuchteten die Bedeutung der Nationalen Biodiversitätsstrategie 2030, präsentierten Praxisbeispiele aus Unternehmen und zeigten, wie Umweltmanagementsysteme wie EMAS und ISO-Normen dabei unterstützen können.

Deutlich wurde: Biodiversität entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Managementthema. Unternehmen können durch nachhaltige Lieferketten, naturnahe Standorte, die Reduktion von Umweltbelastungen und die Integration von Biodiversitätsaspekten in Entscheidungsprozesse einen wesentlichen Beitrag leisten. Umweltmanagementsysteme bieten hierfür einen strukturierten Rahmen und helfen, Ziele, Maßnahmen und Fortschritte systematisch zu steuern. Ein zentrales Fazit der Veranstaltung war, dass Biodiversitäts- und Klimaschutz eng zusammenhängen und gemeinsam betrachtet werden sollten.

Biodiversitätsstrategien bieten für Unternehmen die Möglichkeit, den Schutz, die Wiederherstellung und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt systematisch in alle relevanten Unternehmensbereiche zu integrieren. Sie helfen dabei, Biodiversität als Querschnittsthema zu verankern und in konkrete Ziele, Prozesse und Maßnahmen zu übersetzen.

Im Rahmen der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030 (NBS 2030) sind alle gesellschaftlichen Akteure - einschließlich Unternehmen - dazu aufgerufen, zur Umsetzung und Zielerreichung beizutragen. Unternehmensbezogene Biodiversitätsstrategien leisten somit einen wichtigen Beitrag zur gemeinsamen Verantwortung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Die NBS 2030 bildet als die übergeordnete Strategie für Biodiversität in Deutschland mit ihren 21 Handlungsfeldern und 64 Zielen den strategischen Rahmen für Artenschutz, Wiederherstellung von Ökosystemen und naturverträgliche Nutzung. Sie adressiert viele Themen wie Wirtschaft und Finanzsystem, Stadtnatur, Klimaschutz und Landnutzung, und betrachtet Biodiversität nicht als isoliertes Naturschutzthema, sondern als Querschnittsaufgabe für viele Handlungsbereiche in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

 

 

Gesamtpräsentation

Hier finden Sie die Gesamtpräsentation der drei Fachvorträge. 

Mediathek

Die Videoaufzeichnungen der vergangenen Digitalen Dialoge können in unserer Mediathek eingesehen werden.

Mediathek

Vorangegangene Digitale Dialoge

Die Videomitschnitte der Digitalen Dialoge können hier eingesehen werden. 

Viele weitere Inhalte aus dem UBi-Projekt sind in unserer Mediathek abrufbar.

Biodiversität: Strategien für zukunftsfähige Unternehmen

Beim zweistündigen Digitalen Dialog „Biodiversität: Strategien für zukunftsfähige Unternehmen“ diskutierten Fachleute aus Wirtschaft, Politik und Naturschutz, wie Unternehmen Biodiversität systematisch in ihre Strategien und Prozesse integrieren können. Vorgestellt wurden die Relevanz der Nationalen Biodiversitätsstrategie 2030 für Unternehmen, praktische Erfahrungen der Knauf Gips KG sowie die Rolle von Umweltmanagementsystemen wie EMAS und ISO-Normen.

Die Beiträge zeigten, dass Biodiversität zunehmend als strategisches Managementthema verstanden wird. Wichtige Hebel liegen in nachhaltigen Lieferketten, der Reduktion von Umweltbelastungen und der Integration von Biodiversitätsaspekten in Unternehmensentscheidungen. Ein zentrales Fazit der Veranstaltung war, dass Biodiversitäts- und Klimaschutz gemeinsam gedacht werden müssen, um Unternehmen langfristig zukunftsfähig aufzustellen.

 

Starke Partnerschaften – Gemeinsam aktiv für mehr Biodiversität

Starke Partnerschaften sind ein zentraler Erfolgsfaktor für den Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt. Insbesondere auf kommunaler Ebene und in der Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie der Wissenschaft und Naturschutzverbänden sind solche Kooperationen unverzichtbar. Sie schaffen Bewusstsein, fördern das Engagement von Mitarbeitenden und ermöglichen es, gemeinsam lebenswerte und nachhaltige Räume für Mensch und Natur zu gestalten. 

Der zweistündige Digitale Dialog stellte die Rolle starker Partnerschaften für den Erhalt der Biodiversität in den Mittelpunkt. Vertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Naturschutz zeigten, wie lokale Bündnisse und praxisorientierte Zusammenarbeit zu nachhaltigen Lösungen führen, die ökologische und ökonomische Ziele verbinden.

Mehr Informationen zu den Vorträgen finden Sie in der schriftlichen Dokumentation der Veranstaltung.

Biodiversität messbar machen - Tools und Strategien für Unternehmen

Der Erhalt der Biodiversität ist nicht nur ein ökologisches Anliegen, sondern auch eine wachsende Priorität für Unternehmen – auch wegen der Risiken, die mit dem Verlust von Ökosystemen und Arten verbunden sind. Für eine gelungene Integration in die Geschäftsaktivitäten spielt neben dem Bewusstsein für diese Herausforderung und der Veränderungsbereitschaft auch das Messen von Biodiversität eine wichtige Rolle. Dabei zeichnet sich die Natur durch lokale Besonderheiten und komplexe Strukturen aus, wofür entsprechende Daten benötigt werden.

Der zweistündige Digitale Dialog gab eine Übersicht über die Metriken bzgl. Biodiversität geben, die von relevanten Standards für die Biodiversitätsberichtserstattung verlangt werden. Außerdem wurden innovative Ansätze und Technologien für das Erfassen und Analysieren von Daten vorgestellt, die Unternehmen dabei unterstützen können, ihre Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu verstehen und nachhaltige, naturverträgliche Entscheidungen zu treffen. Hierzu gehören unter anderem technologische Innovationen, wie Fernerkundung und Künstliche Intelligenz (KI). 

Über die strategische Umsetzung von Biodiversität an den Produktionsstandorten bei VW Group, Impulsvortrag Kati Scheller.
Biodiversität messen – Ørsted‘s Ansatz für einen Messrahmen, Impulsvortrag von Tina Tamm Bendixen.
Technologiegestützte Verfahren zur Messung von Biodiversität, Impulsvortrag von Fabian Schmidt-Pramov, CBDO, biometrio.earth.
Welche Metriken verlangen aktuelle Standards in der Berichterstattung über Biodiversität? (Max Kolb, NABU)

Naturnahes Firmengelände: Ein guter Einstieg ins Biodiversitätsmanagement

Naturnahe Firmengelände bieten unserer heimischen Flora und Fauna vielfältige Lebensräume und machen Biodiversität für Mitarbeitende und Kunden täglich sicht- und erlebbar. Die Förderung der Biodiversität auf dem eigenen Werksgelände ist zudem für die Nachhaltigkeitsberichterstattung – auch im Zuge der CSRD - nützlich. 

Der Digitale Dialog zeigte anhand von konkreten Förder- und Zertifizierungsmöglichkeiten, wie ein guter Einstieg gelingen kann und wie es mit der nahenden Rechtsverordnung "Natur auf Zeit" möglich sein wird, Werksflächen rechtssicher temporär naturnah zu gestalten.

Im Folgenden können Sie die Beiträge der Referent*innen, die Gesamtpräsentation sowie eine Linkliste zu Beratungsmöglichkeiten im Bereich Naturnahe Firmengelände einzusehen.
 

Impulsvortrag Eckard von Schwerin - KfW-Umweltprogramm (KfW)
Impulsvortrag Carla Schweizer - DGNB Zertifikat für biodiversitätsfördernde Außenräume (DGNB)
Impulsvortrag Dr. Steffen Kautz - Natur auf Zeit und Artenschutzrecht (STKautz)
Impulsvortrag Dr. Antje Arnold - "Natur auf Zeit" Dynamischer Naturschutz bei der AUDI AG (AUDI AG)
Podiumsdiskussion mit Eva Plaschke (BfN), Carla Schweizer (DGNB), Dr. Antje Arnold (AUDI AG), Eckard von Schwerin (KfW) und Steffen Kautz (STKautz)

Eine praxisnahe Einführung in das Reporting über Biodiversität

Mit der EU- Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen („Corporate Sustainability Reporting Directive“ - CSRD) werden viele Unternehmen ab dem Jahr 2024 zum Thema Biodiversität berichtspflichtig. Für betroffene Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihr Nachhaltigkeitsreporting mit Blick auf Natur, Ökosysteme und Arten teilweise erheblich ausbauen müssen.

Der zweistündige Digitale Dialog gibt eine einführende Übersicht über den Reporting-Standard zu Biodiversität und Ökosystemen (ESRS E4) und stellt dar, welche Unternehmen wann betroffen sein werden. Anschließend werden konkrete Tools vorgestellt, die Unternehmen in ihrer Berichterstattung zu Biodiversität unterstützen können. Anhand von praxisnahen Beispielen wird gezeigt, wie die verschiedenen Tools funktionieren und für welche Unternehmen und Anwendungen sie am besten geeignet sind.

Ein kurzer Rückblick kann hier eingesehen werden: UBi: Praxisnah und informativ: Der Digitale Dialog über Biodiversität und Reporting (business-and-biodiversity.de).

Impulsvortrag Philippe Youssef Garduño Diaz (Mitglied der EFRAG Sustainability Reporting Technical Expert Group)
Impulsvortrag Gunnar Heller (Project Manager Biodiversity Stewardship, WWF)
Impulsvortrag Dr. Juliet Blum (Scientific Advisor Sustainable Finance, Bundesamt für Umwelt Schweiz)
Impulsvortrag Tobias Wildner (Co-Founder, Kuyua)

Kreislaufwirtschaft & Biodiversität: Ein Win-Win für Unternehmen

Jedes vierte Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland verfolgt bereits eine ganzheitlich kreislaufwirtschaftliche Strategie. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Die Studie zeigt auch: Unternehmen, die mindestens eine zirkuläre Strategie verfolgen, sind erfolgreicher als nicht zirkuläre Wettbewerber. Dabei haben Ansätze in der Kreislaufwirtschaft auch ein großes Potential für die Integration von Biodiversität ins Nachhaltigkeitsmanagement und für die Minimierung von Biodiversitätsrisiken.

In dem zweistündigen Digitalen Dialog wurde eine Einführung in das Konzept der Kreislaufwirtschaft mit Fokus auf biodiversitätsbezogene Ansätze gegeben. Die Unternehmen Symrise AG und Werner & Mertz präsentierten zudem praktische Tools, die Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen in ihren Strategien bereits umsetzen.

Impulsvortrag Dr. Dominik Patzelt (WWF)
Impulsvortrag Sascha Liese (Symrise AG)
Impulsvortrag Nora Sophie Griefahn
Impulsvortrag Timothy Glaz und Yannic von Raesfeld (Werner & Mertz)